Projektentstehung März bis Mai ’22

Die Idee des Projekts ist auf der Rückfahrt von der ukrainischen Grenze nach Dresden entstanden. Mit uns fuhren sechs Frauen und drei Kinder, die erschöpft und müde, nach einer viertägigen Flucht, verunsichert in unseren Autos saßen. In Dresden angekommen war schnell offensichtlich, an was es den hier ankommenden Geflüchteten aktuell fehlt. Unser Entschluss, konkrete Unterstützung zu leisten, war schnell gefasst. Wir fanden uns über Nacht mit gleichen Zielen in einem nützlichen Netzwerk zusammen und starteten unser Herzensprojekt „Sonechko“ (übers. Marienkäfer).

Wer wir sind

Wir, das sind Matthias, Johannes und Tobias, umgeben von einem wertvollen Netzwerk aus:

  • Pädagoginnen und Therapeutinnen für die psychosoziale Begleitung der Ankommenden
  • 20 Student:innen , die die Ankommenden in Alltagssituationen begleiten
  • 3 Dolmetscher in Präsenz, 2 Dolmetscher am Telefon

Unser gesamtes Team ist ehrenamtlich tätig.

Unsere 5 Bausteine als „Erste Hilfe Koffer“ für die Ankommenden

Die Frauen und Kinder die hier ankommen, kommen aus einem sozialisierten Leben. Bis zum 24. Februar 2022 haben sie in ihren eigenen Küchen gekocht, in ihren eigenen Betten geschlafen, auf ihren Spielplätzen gespielt, in ihren Supermärkten eingekauft, sind zur Arbeit, in die Schule und in den Kindergarten gegangen. Um den ukrainischen Frauen und Kindern hier in Dresden wenigstens ein bisschen Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zu ermöglichen und die Gastgeber:innen finanziell zu entlasten, sind sie auf unsere finanzielle Unterstützung angewiesen, bis die staatliche Finanzierung eingerichtet ist. Wir sind eine private Initiative und können nur das weitergeben, was wir an Spendengeldern einsammeln. Daher unterstützen wir derzeit nur die ukrainischen Familien, die von uns durch das Projekt SONECHKO vermittelt wurden. Alle Infos zum Spenden finden Sie

Für die Frauen und Kinder, die perspektivlos ihr and und ihr zu Hause verlassen haben, suchen wir private Wohnmöglichkeiten. Wenn ihr Wohnraum zur kurzfristigen oder längerfristigen Nutzung zur Verfügung stellen könnt, meldet euch gern per E-Mail unter housing@sonechko.eu oder telefonisch unter +49 351 42880688 (Festnetz). Alle Gastgeberfamilien werden von uns als Team für die Dauer des Aufenthaltes begleitet.

Bei unseren Aufrufen zu bedürfnisorientierten Sachspenden auf unseren Social-Media-Kanälen, sollen die Frauen und Kinder genau das erhalten, was sie auch wirklich benötigen. Da wir keine Lagermöglichkeiten haben, sind die Anfragen sehr konkret gehalten.

Um den Frauen und Kindern einen geschützten Raum für gemeinschaftliches Kaffeetrinken, Spielen und Austausch zu geben, wird im zweiwöchigen Rhythmus die Kindertageseinrichtung MonTaNu für ein Come Together geöffnet.

Da sich der Bedarf an Betreuung zunehmend auf den Schwerpunkt der psychosozialen Begleitung konzentriert, wird dieser Bereich weiter ausgebaut und professionalisiert. Da wir hier unsere langfristigen Ziele sehen, hat dieser Baustein eine eigene Überschrift verdient:

Psychosoziale Begleitung

In einer fremden Stadt, in einem fremden Land und mit dem Erlebten in der Heimat, ist es für die Frauen und Kinder besonders wichtig sich schnell zurechtzufinden. An dieser Stelle gibt es Unterstützung von 20 Student:innen aus Dresden, als Stadtlots:innen, die die Frauen und Kinder bei Alltagswegen, Einkäufen, Arztbesuchen oder ersten Behördengängen begleiten.

Im direkten Kontakt mit den Ankommenden und den aufnehmenden Familien stellen wir fest, dass die Beratung weit über organisatorische und finanzielle Themen hinausgeht. Viele Frauen und Kinder kommen verstört, teils schwer traumatisiert hier an. Sie haben eine mehrtägige Flucht hinter sich und haben ihre Männer und Väter in einem Kriegsgebiet verabschiedet, ohne zu wissen, ob und wann sie sich wieder sehen. Wir haben ein Team aus 6 ehrenamtlichen Pädagoginnen und Therapeutinnen, die sich für Krisenintervention und (theologische) Notfallseelsorge zur Verfügung stellen. Um die Interventions- und Seelsorgegespräche adäquat führen zu können, werden sie von Dolmetscherinnen begleitet. Um allen von SONECHKO unterstützten Frauen und Kindern langfristig zu helfen, sind wir hier neben den privaten Spenden besonders auf Großspenden angewiesen. Diese Gelder werden u.a. für die Anmietung von Räumlichkeiten, Beschaffung von Material für Reflexionsrunden sowie das Organisieren der Begleitung aufgewendet. In Planung ist derzeit auch der Aufbau eines mobilen Beratungszentrums, um noch flexibler als Ansprechpartner für ankommende und aufnehmende Familien agieren zu können. Insbesondere geht es dabei um das Gestalten des Miteinanders und der Beziehung zwischen ankommenden und aufnehmenden Familien, die interkulturelle Beratung in Alltagsfragen und Krisensituationen.